Brandenburger SPD setzt Zeichen gegen häusliche Gewalt

Fahnenaktion: „NEIN zu Gewalt an Frauen!“ Veröffentlicht am 24. November 2018

Am 25. November ist der internationale Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen!“ Mit ihm setzt TERRE DES FEMMES weltweit ein Zeichen gegen tägliche Gewalt an Mädchen und Frauen. Ein sichtbares Zeichen sind die Fahnen, die überall wehen.

Die SPD Brandenburg und besonders die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) unterstützen diese Aktion seit vielen Jahren. Wir setzen uns ein, für ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben von Mädchen und Frauen weltweit.

Wir sagen Nein zu Gewalt an Frauen und Kindern, Nein zu weiblichen Genitalverstümmelungen, Nein zu Zwangsheirat, Nein zu Ehrenmorden, Nein zu Frauenhandel, Nein zu Zwangsprostitution und Nein zu Häuslicher Gewalt.

Mädchen und junge Frauen werden täglich Opfer von Früh- und Zwangsverheiratungen, Ehrenmorden oder Frauenhandel. 65.000 Mädchen und Frauen sind allein in Deutschland von Genitalverstümmelung betroffen und 15.500 Mädchen gefährdet. Auch in Brandenburg waren 2017 wieder Frauen und Mädchen am häufigsten von häuslicher Gewalt betroffen. Von den insgesamt 4.116 Opfern bzw. Geschädigten waren 3.014 (73,2 %) weiblichen Geschlechts.

Deshalb weht auch in diesem Jahr wieder die Fahne „frei leben – ohne Gewalt“ vor dem Regine-Hildebrandt-Haus in Potsdam. Generalsekretär Erik Stohn hisste diese gemeinsam mit Sabine Tischendorf, ASF.

Tischendorf sagte in ihrer Ansprache: „Ich begrüße es, dass Frauen wie Männer heute und hier diese Fahne als Symbol hissen. Als Symbol dafür, dass Gewalt gegen Frauen bei Männern beginnt. So lange unsere Gesellschaft sie lehrt, Gefühle zu unterdrücken, gehört Gewalt zum Mann sein. Deshalb müssen wir als Gesellschaft die Männer dazu bringen, über dieses Thema nachzudenken. Die Männer gehören mitten in die Diskussion um das Thema „Gewalt an Frauen“. Nur gemeinsam, Männer und Frauen, können die Veränderung bewirken.“

Generalsekretär Stohn dankte der ASF für ihr Engagement in der Frage und machte aufmerksam auf das Hilfetelefon  „Gewalt gegen Frauen“. Denn obwohl jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt erfährt, suchen nur 20 Prozent der Betroffenen Hilfe und Unterstützung. Es muss also darum gehen aufmerksamer zu sein und mehr zu tun, um Frauen vor Gewalt zu schützen und wo sie Gewalt erfahren haben, sie zu ermutigen Hilfe zu suchen. Deswegen ist es mir so wichtig, dass die Nummer des Hilfetelefons bekannter wird.“

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* Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ steht an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr und zu allen Formen von Gewalt zur Seite. Unter der Rufnummer 08000 116 016 und über die Online-Beratung unter www.hilfetelefon.de können sich Betroffene, aber auch Menschen aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen und Fachkräfte beraten lassen – anonym, kostenlos, barrierefrei und auch in 17 Fremdsprachen. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort.

* Die TERRE DES FEMMES Fahnenaktion – NEIN zu Gewalt an Frauen! findet alljährlich am 25. November statt. Der von der UNO seit 1990 offiziell anerkannte Gedenktag geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet wurden. Sie waren im Untergrund tätig und beteiligten sich an Aktivitäten gegen den tyrannischen Diktator Trujillo. Der Mut der Mirabal-Schwestern bei ihrem Kampf gegen den Tyrannen gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln. Das diesjährige Schwerpunktthema lautet: „Tür auf! Schutzräume für alle gewaltbetroffenen Frauen.“