Steffen Reiche
geboren am 27. Juni 1960 in Potsdam
- 1990 bis 2000 Landesvorsitzender der SPD
- 1994 bis 1999 Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur
- 1999 bis 2004 Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg
- 2005 bis 2009 Bundestagsabgeordneter
Steffen Reiche, Tischler und Theologe, wurde nach seinem Studium 1988 zunächst Pfarrer in Christinendorf bei Trebbin. Als einige andere Kollegen sich in den Zeiten des politischen Umbruchs der DDR in einem Pfarrhaus von Schwante trafen, war auch er zugegen. An diesem Tag, dem 7. Oktober 1989 und zugleich dem 40. Jahrestag der DDR, gründeten sie die Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP). Zu den 15 Vorstandsmitgliedern gehörte auch Steffen Reiche. Bei den freien Wahlen im März 1990 zog er für die inzwischen in SPD umbenannte Partei in die Volkskammer ein. Im Mai wurde er zusätzlich Landesvorsitzender der SPD Brandenburg. Diesen Posten hatte Reiche bis 2000 inne. In seiner Position begleitete er die SPD Brandenburg durch ihre ersten zehn Jahre und trug zu einem großen Teil des Erfolges, den unsere Partei verzeichnen konnte, bei.
Nach der Wiedervereinigung gewann er bei den ersten Landtagswahlen in Brandenburg ein Direktmandat im Wahlkreis Luckenwalde I – Zossen III. Im Anschluss an die Landtagswahlen 1994 begann er dann von Manfred Stolpe als Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur ins Kabinett berufen. Nebenbei engagierte er sich auch als Mitglied in der gemeinsamen Regierungskommission Berlin Brandenburg für den Staatsvertrag zur Länderneugliederung. In der darauf folgenden Legislaturperiode wechselte er dann in das Ressort Bildung, Jugend und Sport. In dieser Position konnte er erfolgreich das schon vorher beschlossene Fach „Lebensgestaltung, Ethik, Religionskunde“ (LER) verteidigen und durchsetzen. Außerdem führte er zur besseren Vergleichbarkeit von Schulabschlüssen das Zentralabitur ein. Reiche setzte sich in seinem Ressort mit „Visionen und langem Atem für Bildung in Brandenburg“ ein.
Mit der Bundestagswahl 2005 wechselte Reiche auf die bundespolitische Ebene. Gleich im ersten Anlauf gewann er im Wahlkreis Cottbus - Spree-Neiße mit 37,6 % der Erststimmen ein Direktmandat. Seit seinem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag arbeitet Steffen Reiche wieder als evangelischer Theologe. Ehrenamtlich steht er dem Brandenburger Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerk und dem Leichtathletikverband vor.
Neben Politik hat Reiche noch weitaus mehr Interessen. So inszenierte er 1994 als Regisseur am Stadttheater Brandenburg das Stück „Tie-Break for Crazy Horse“.

