Matthias Platzeck
geboren am 29. Dezember 1953 in Potsdam,
verheiratet, drei Töchter.
- 1990 - Minister ohne Geschäftsbereich, DDR
- ab 1990 - Landtagsabgeordneter, zunächst für die Partei "Bündnis 90"
- 1990 bis 1998 - Minister für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung, Brandenburg
- 1995 - Eintritt in die SPD
- 1998 bis 2002 - Oberbürgermeister von Potsdam
- seit 2002 - Ministerpräsident des Landes Brandenburg
- seit 2004 - direkt gewähltes Mitglied des Landtages Brandenburg
Matthias Platzeck ist heute der erfolgreichste Politiker Ostdeutschlands. Als Ministerpräsident des Landes Brandenburg hat er die "Erneuerung aus eigener Kraft" in Brandenburg eingeleitet. Im Landtagswahlkampf 2004 hat er in einem engagierten und kämpferischen Wahlkampf die Brandenburgerinnen und Brandenburger mit seinen Ideen für ein modernes Brandenburg gewinnen können. Heute widerspricht niemand, wenn es heißt: Brandenburg ist auf einem guten Weg.
Wendezeit:
Schon vor 1989 begann Matthias Platzeck, sich für die Lösung gesellschaftlicher und ökologischer Probleme in Potsdam zu engagieren. 1988 gründete er mit anderen die Bürgerinitiative „Arbeitsgemeinschaft für Umweltschutz und Stadtgestaltung" (ARGUS). Ziel der Gruppe war die Beseitigung von Umweltsünden in Potsdam. Zudem beteiligte er sich an der AG Pfingstberg, die sich für den Erhalt und die Sanierung des Schlosses Belvedere und des Pomonatempels einsetzte.
Im November 1989 gehörte der zu den Gründern der Grünen Liga und wurde deren Sprecher. Von Dezember 1989 bis Februar 1990 saß er mit am Zentralen Runden Tisch der DDR, dann zwei Monate im Kabinett von Hans Modrow als Minister ohne Geschäftsbereich. Im März 1990 zog er für die Grünen in die DDR-Volkskammer ein. Nach der Wiedervereinigung saß er als Delegierter der Volkskammer für zwei Monat im Deutschen Bundestag. Im November 1990 übernahm Matthias Platzeck das Amt des Umweltministers in Brandenburg.
Umweltminister:
Unter der Federführung von Umweltminister Matthias Platzeck konnten 40% des Landes in Natur- und Landschaftsschutzgebiete umgewandelt werden. Matthias Platzeck förderte frühzeitig die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Polen. So wurde schon im September 1995 der deutsch-polnische Nationalpark „Unteres Odertal" eingeweiht. Dieser schützt nicht nur den Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen bis heute, sondern sorgte durch die Etablierung eines sanften Tourismus auch für einen wirtschaftlichen Aufschwung der Region.
Oderflut:
Einen hohen Bekanntheitsgrad über die Landesgrenzen hinaus erlangte Matthias Platzeck im Sommer 1997 während der Oderflut. Matthias Platzeck bewies sich als pragmatischer und ausdauernder Krisenmanager und bekam schnell den anerkennenden Spitznamen „Deichgraf". In Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und unzähligen Freiwilligen konnten längst verloren geglaubte Deiche gerettet werden. Im Ergebnis musste auf deutscher Seite kein einziges Todesopfer beklagt werden. Schon während der Aufräumarbeiten begannen die Sanierungsarbeiten an den Deichen. Heute, über zehn Jahre nach der Flut, konnten schon 131 km der 160 km langen Oder-Deiche auf den neuesten Stand gebracht werden. Mit Polen wurde das Projekt „Zeit für die Oder" gegründet, das für neue Überflutungsflächen sorgt und Katastrophen besser vorsorgen soll.
Oberbürgermeister:
1998 wählten 63,5 % der Potsdamer Matthias Platzeck zu ihrem neuen Oberbürgermeister. Wurde Potsdam noch in den Neunzigern gerne als „Hauptstadt der Jammer-Ossis" (Spiegel) bezeichnet, so änderte sich die Stimmung während seiner Regierungszeit rapide. Die BUGA 2001 wurde ein voller Erfolg. Viele Touristen kamen und konnten sich von der positiven Atmosphäre in der Landeshauptstadt überzeugen. Matthias Platzeck initiierte zudem eine Reform der Stadtverwaltung und überzeugte zahlreiche Investoren von einem Engagement in Potsdam.
Landesvorsitzender und Ministerpräsident:
Am 8. Juni 2000 wählten die Brandenburger Sozialdemokraten Matthias Platzeck zum Landesvorsitzenden der SPD in Brandenburg. Fast auf den Tag genau zwei Jahre später, am 26. Juni 2002 trat Matthias Platzeck die Nachfolge von Manfred Stolpe als Ministerpräsident von Brandenburg an, der als Minister in die Bundesregierung wechselte.
Bei der Landtagswahl in Brandenburg am 19.September 2004 wird die SPD unter Matthias Platzeck trotz schwieriger Umstände erneut stärkste Fraktion im Land. In Zeiten der Agenda 2010 ist Matthias Platzeck somit der einzige SPD-Ministerpräsident, der seine Mehrheit trotz eines aktiven Bekenntnisses zur Reformpolitik der Bundesregierung halten kann. Bei der Landtagswahl 2009 gewinnt die SPD Brandenburg unter Matthias Platzeck entgegen dem Bundestrend hinzu und wird erneut stärkste politische Kraft.
Auf dem SPD-Bundesparteitag in Karlsruhe wird Matthias Platzeck am 15. November mit 99,4 Prozent zum neuen SPD-Vorsitzenden als Nachfolger von Franz Müntefering gewählt. Im April 2006 tritt er aus gesundheitlichen Gründen als Vorsitzender der SPD zurück. Zuletzt wurde Matthias Platzeck auf dem Parteitag am 15. Juni 2010 in in Velten in seinem Amt als brandenburgischer SPD-Landesvorsitzendern bestätigt.
Die Regierung unter Matthias Platzeck kann heute auf eine erfolgreiche Leistungsbilanz zurückschauen. Brandenburg ist in Bewegung. Die Erneuerung aus eigener Kraft und die Stärkung der Brandenburger Wirtschaftsstrukturen aber auch des Gemeinwesens gelingt.

