Dr. Manfred Stolpe
geboren am 16. Mai 1936 in Stettin
- 1990 bis 2002 Ministerpräsident des Landes Brandenburg
- 2002 bis 2005 Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
Der wohl prägendste Politiker Brandenburgs in den Nach-Wendejahren war Manfred Stolpe. 1990 wurde er von den Brandenburgern zu ihrem ersten Ministerpräsidenten gewählt und hatte dieses Amt bis 2002 inne. Gerade in Zeiten des schwierigen Transformationsprozesses gelang es ihm und seinem Kabinett, mit dem „Brandenburger Weg“ einen breiten gesellschaftlichen Konsens über eine eigenständige Brandenburger Politik zu erzielen. Damit würde er zu dem erfolgreichsten SPD-Ministerpräsidenten der Wende-Zeit. Darüber hinaus setzte sich Manfred Stolpe kontinuierlich für die Belange der Ostdeutschen auch auf Bundesebene ein. Nach der Bundestagswahl 2002 berief ihn Bundeskanzler Gerhard Schröder in sein Kabinett.
Manfred Stolpe wurde am 16. Mai 1936 im pommerschen Stettin als Sohn einer Postangestellten und eines Kaufmanns geboren. Nach dem bestandenen Abitur 1955 in Greifswald zog es ihn nach Jena, um dort ein Studium der Rechtswissenschaften aufzunehmen. Dieses beendete er 1959 mit seinem Staatsexamen. Daraufhin begann er mit seinem Rechtsreferendariat bei der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg seinen Dienst bei der Evangelischen Kirche. Neben vielen anderen verantwortungsvollen Positionen übte er zwischen 1982 und 1989 auch das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR aus und war Oberkonsistorialpräsident.
Erst nach der politischen Wende 1989 wurde Manfred Stolpe auch parteipolitisch aktiv. Im Juni 1990 trat er in die SPD ein. Als Spitzenkandidat verhalf er der SPD bei den Landtagswahlen am 14. Oktober 1990 zu einem klaren Sieg und gewann zudem das Direktmandat für den Wahlkreis Cottbus. Am 1. November trat er dann das Amt des Ministerpräsidenten an.
Der "Gründervater Brandenburgs" (Matthias Platzeck) steht für eine erfolgreiche, konsensorientierte Politik in Brandenburg. Stets besorgt um sein Bundesland prägte er den „Brandenburger Weg", gab somit den Landesinteressen Vorrang gegenüber Parteienstreitigkeiten. Der schwierigen wirtschaftlichen Lage nach der Wende zum Trotz, erreichte Stolpe viele Erfolge. So gab es im Vergleich zu allen anderen Bundesländern die meisten Existenzgründungen; zwischen 1995 und 2002 ließen sich ca. 1.000 Unternehmen in Brandenburg nieder. Zudem verzeichnet Brandenburg kontinuierlich die höchste Selbstständigkeitsquote unter den ostdeutschen Bundesländern. Darüber hinaus boomen die Wissenschafts- und Dienstleistungsbranche und der Medienstandort Potsdam-Babelsberg.
Stolpes Popularität in Brandenburg ist ungebrochen. Für die Bürger gilt er als Anwalt ostdeutscher Interessen. Er setzte sich während seiner gesamten politischen Karriere stets für den Aufbau Ost ein. Darüber hinaus ist er bis zum heutigen Tage Mitglied im „Forum Ostdeutschland" der SPD, dem er zeitweise auch als Vorsitzender diente. Sein Ansehen nahm auch nicht durch eine von den Medien meist sehr einseitig geführte Diskussion über seine Kontakte zum Ministerium für Staatssicherheit in der DDR Schaden. Ein eigens dafür einberufener Untersuchungsausschuss des Brandenburger Landtages konnte Stolpes Aussagen bestätigen und widerlegte die Vorwürfe der Presse.
Im Sommer 2002 trat Manfred Stolpe von seinem Amt als Ministerpräsident zurück und schlug Matthias Platzeck als seinen Nachfolger vor.
Manfred Stolpe setzt sich stark für die Integration der östlichen EU-Mitgliedsstaaten in die EU ein. Als Bundesminister ist es sein Verdienst, dass Ost-West-Verkehrsachsen zu unseren Nachbarländern Polen und Tschechien gefördert werden. Zurzeit engagiert er sich im Deutsch-Polnischen Forum und ist Beisitzer im deutsch-russischen Petersburger Dialog.
Mit der vorzeitigen vorgezogenen Bundestagswahl 2005 zog sich Manfred Stolpe aus der aktiven Bundespolitik zurück.
Neben seinen Tätigkeiten für Beziehungen nach Osteuropa engagiert er sich heute natürlich weiterhin auch für sein Bundesland Brandenburg. So bemüht er sich, um dauerhaft Nutzer für Schlösser, Kirchen und andere Baudenkmäler zu finden.

